Im aktuellen Monat Februar 2008 ...
... stellen wir das Mädchencamp "Nanna" in Wrohm vor, welches zuletzt auch durch eine Dokumentation im Fernsehen bekannt geworden ist.
Die Konzeption des Camps
Das Mädchencamp Wrohm gliedert sich ein in das fein aufeinander abgestimmte
Betreuungskonzept der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Friesenhof – Barbara Janssen. In stationären Diensten werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die sich im Grenzbereich zwischen Jugendhilfe, Strafvollzug und Psychiatrie bewegen, betreut.
Diese Menschen brauchen eine fachlich spezialisierte Hilfe, die sich auf ihre besonderen sozialen Verhältnisse einrichtet und nach Bedarf in diesen wirksam wird. Das Camp bietet diesen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen individuell auf ihren Bedarf abgestimmte pädagogisch-therapeutisch fundierte Betreuungsangebote, die von einer vollstationären Jugendhilfe über eine ebenfalls vollstationäre Phase der Vorverselbständigung, mit einer größeren Eigenverantwortung und einem über Fachleistungsstunden abgesicherten betreuten Wohnen wenn möglich zu einem weitestgehend eigenständigen Leben hinführen.
Das Camp-Team
Von ihrer beruflichen Herkunft sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Wrohm
überwiegend Erzieher/innen, Sozialarbeiter/innen, Rehabilitationspädagogen/innen und
Sozialpädagogen/innen. Pädagogisch orientieren sich die Mitarbeiter/innen nicht nur daran, dass die Mädchen und jungen Frauen sich bei ihnen etwas holen können, also einer pädagogischen Holschuld, sondern an einer Bringschuld.
Nach Bedarf suchen sie selbst die Betroffenen auf und gehen in den stationären Diensten auf diese zu. Taktvoll und entschieden begleiten sie die ihnen anvertrauten Mädchen und jungen Frauen auf neuen Wegen aus schweren Leiden und führen sie zu anderen Formen der Bewältigung ihrer Probleme, als sie ihnen vor unserer pädagogisch-therapeutischen Hilfe gegeben waren.
Ein solidarischer und wertschätzender Umgang der Geschlechter mit- und untereinander und eine gute innerpsychische Integration der je eigenen männlichen und weiblichen Anteile bei den Mitarbeiter/innen tragen wesentlich dazu bei, ein Klima zu schaffen, welches das Wachstum solcher Formen weiblicher Identität fördert, die frei sind von Neid und Verachtung sowohl gegenüber dem eigenen Geschlecht als auch gegenüber dem fremden Geschlecht.
Ein Beispiel für einen Tagesablauf im Camp
- 7:00 – 7:15 Aufstehen
- 7:15 – 7:30 Gemeinsame Morgengymnastik, Thai Chi
- 7:30 - 8:00 Sport oder Versorgen der Tiere (Füttern)
- 8:00 - 8:30 Duschen und Körperpflege
- 8:30 - 9:15 Frühstück inklusive Tisch decken, abräumen, spülen
- 8:50 - 9:00 Mitteilung des Tagesablaufes
- 9:15 - 9:30 Aufräumen und Sauber machen der Zimmer
- 9:30 –12:15 Arbeiten rund ums Haus, Gartenpflege, Stall ausmisten etc. und/oder Sport
- 11:30 – 12:30 Essen kochen (für die, die diese Aufgabe zugewiesen bekommen haben), ab 12:15 Tisch decken,
- 12:30 – 13:30 Mittagessen inklusive anschließendem Küchendienst
- 13:30 – 14:30 Einzelgespräche, Mittagsruhe, freie Gestaltung je nach Situation
- 14:30 – 17:30 Sport oder Arbeiten rund um Haus, Garten, Tierversorgung, Werkstatt
- 17:30 – 19:00 Abendessen und Reflexion des Tages im Gruppengespräch. anschließend Küchendienst
- 19:00 – 20:00 Individuelle Auswertung des Tages als schriftliches Tagebuch und/oder im Gespräch mit den Mitarbeiter/innen
- 20:00 – 21:45 Diskussions- und Leseabend mit (anschließender) Reflexion in der Gruppe
- 21:45 – 22:00 Abendliche Körperpflege
- 22:00 Bettruhe
- Am Wochenende findet Theaterarbeit statt, außerdem Dienste, Sport und besondere pädagogische Aufgaben. Vergnügungen müssen erarbeitet werden und von der betreffenden Person zu genießen sein.
- Jeden Samstagabend findet in der Zeit von 20:00 – 22:30 Uhr ein Filmabend mit anschließender Diskussion statt. Bettruhe ist Samstags um 22:45 Uhr.
- Jeden Mittwochabend und Sonntagabend findet ein Gruppengespräch statt, indem die vergangenen Tage reflektiert werden und der Plan für die kommenden Tage beschlossen wird. Auch Probleme in der Gruppe sollen dann besprochen werden.