Gutachten

Gutachten der Fernuniversität Hagen

Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre,
insbesondere Personalführung und Organisation
Dr. Wendelin Küpers

... zur Hausarbeit mit dem Thema:

„Ein regionales Wissensmanagement als profilbildende Maßnahme der unterschiedlichen Regionen im Standortwettbewerb am Beispiel der Westküstenregion Schleswig-Holsteins.“


In der gegenwärtigen "Wissensgesellschaften" ist Wissen zu einem entscheidenden Standortfaktor geworden. Die Bestimmung der regionalen Wissensressourcen und ihre effiziente Nutzung und synergetischen Verwendung sind von zentraler Bedeutung für die ökonomische Leistungskraft wie auch sozio-kulturelle Entwicklung einer Region (vgl. Holzmann-Jenkins (2004)).

Für alle Standorte geht es nicht nur darum, aus verfügbaren Informationen neues Wissen zu produzieren, sondern auch "Wissens-Vorsprünge" zu realisieren. Aktivitäten müssen daher darauf ausgerichtet sein, Ein produktiver Umgang mit Wissen und der Abbau von Hindernissen eines Wissensaustausch sowie eine innovative Wissensbasis und effiziente Prozesse der Wissensarbeit und -entwicklung stellen für Regionen eine zentrale strategische Herausforderung dar. Mehr noch, wird die Verwendung von regionalspezifischen Wissen in immer hochwertigeren Wertschöpfungsprozessen entscheidend für das Überleben und den künftigen Wohlstand einer Region in einer globalisierten Wirtschaft sein (vgl. Bornemann et al 2003).

Seit einiger Zeit schon wurden daher schon die Bedeutung des regionalen Wissensmanagements wissenschaftlich untersucht. In der Debatte um den Wirtschaftsstandort Deutschlands und neuer regionaler Konkurrenzsituationen erfährt dies gegenwärtig eine besondere Relevanz. Vor all diesen Hintergründ analysiert Herr Dethlefs in der vorliegenden Arbeit in differenzierter Weise Möglichkeiten eines regionalen Wissensmanagement. Dies bezieht er insbesondere auf deren Funktion als profilbildende Maßnahme im Standortwettbewerb am Beispiel einer ausgewählten Westküstenregion Schleswig-Holsteins.

Aufbauend auf einer geographischen Definition und entsprechenden Basisdaten aus selektiven Sub-Regionen zeigt er die Wirtschaftsstruktur und Wissensträger der Westküstenregion sowie mögliche Synergieeffekte und Innovationspotentiale durch spezifische Kooperationen auf. Des Weiteren beschreibt er eingehend das Konzept des Wissenspools Westküste. Dazu werden sowohl dessen strategische Aufgabe und praktische bzw. organisationale Umsetzungsformen. Zudem diskutiert der Autor konkrete Aufnahmebedingungen für regionale Wissensträger, Aufgaben der Betreuer sowie unterschiedliche Organisationsformen, die auch modularisiert abgewogen werden. Dabei diskutiert er auch mögliche Probleme, Gefahren und Schwierigkeiten Grenzen der Entwicklung und Organisation des beschriebenen Wissenspools.

Ingesamt betrachtet, zeigt er überzeugend auf, welche Vorteile und Stärkung für die regionale Wirtschaft und Kultur durch eine Wissens- und Kompetenzbündelung und Koordination möglich wäre. Die damit gewonnene Profilierung scheint in besonderer Weise für die kleingliedrige Wirtschaft und der verstreuten Wissenssubstanz der untersuchten Region relevant zu sein.

Er zeigt auf wie sehr diese Region entwickelt als Wissensregion durch eine systematische Berücksichtigung eines Wissensmanagement und eine wissensbasierte Wertschöpfung ihre Gegenwarts- und Zukunftsfähigkeit sichern kann. Damit können auch Wissens-Angebote und -Bedarfe professioneller diagnostiziert und relevante Potenziale aktiviert werden. Über den geplanten Wissensaufbau und -austausch wird das vorgestellte Konzept nicht nur die Betriebs- und Regionalstrukturen unterstützen, sondern auch proaktiv eine wichtige übergreifende regionale Struktur- und Entwicklungspolitik innovativ befördern und umsetzen helfen.

Als Fazit kann festgehalten werden, dass die vorliegende Arbeit eine differenzierte und wertvolle Untersuchung eines Fallbeispiels zur Entwicklung eines möglichen regionalen Wissensmanagement leistet. Es ist dem Autor mit seiner gehaltvollen Deskription, selbstständigen und kenntnisreichen Analyse und Diskussion gelungen, vielfältige Aspekte und entscheidende Dimensionen des untersuchten Sachverhalts zielführend aufzuzeigen und kritisch zu erörtern.

Dr. Wendelin Küpers


Literatur:

Holzmann-Jenkins, A. (2004) Kommunales Wissensmanagement als Zukunftsaufgabe der Stadt und der Region, Wien.

Bornemann, M. et al. (2003): Regionale Wege in die wissensbasierte Zukunft. Bericht des Projekts Konzeptentwicklung Wissensregion Steiermark.

Eine weitere Referenz